Kälte,

Die flag raising ceremony, die jeden Montagmorgen stattfindet, wird seit heute in abgeänderter Form zelebriert:

 

Die Schüler und Lehrer versammeln sich nicht mehr draußen vor dem Fahnenpfal. Stattdessen sitzen sie drinnen. Ein paar arme, frierende Tröpfe hissen die Fahne draußen alleine, das Ganze wird über Lautsprecher in jedes Klassenzimmer übertragen.

 

Eine live Video-Übertragung habe ich nicht gesehen. Wundern würde es mich jedoch nicht, durften die Schüler doch in der Vergangenheit schon die Reden ihrer vier SchuldirektorInnen bzw. der Polizei im "Fernsehen" verfolgen. Auch hier saßen sie im Klassenzimmer und hatten gebannt auf das Smartboard zu starren... Die Schule hat eben keinen Raum, in den 1500 Schüler passen. Und lange draußen zu sitzen oder zu stehen, ist auch nicht so das Wahre.

 

Klassenzimmeraustattung

Im neuen Gebäude hat jedes Klassenzimmer eine normale Tafel. Schiebt man die zwei inneren Tafelteile zur Seite, offenbart sich ein Smartboard mit USB-Anschluss. Dieses arbeitet mit Windows 7 und soliden Smartboard-Programmen – die Englisch-Funktion beinhaltet beispielsweise auch ein Wörterbuch. Sehr praktisch! Ich nutze das Smartboard vor allem für meine Powerpoint-Präsentationen. Es ist praktisch, einen Satz nicht bei jeder Klasse erneut anschreiben zu müssen, sondern lediglich einmal auf eine Folie klatschen zu können. Vereinzelt füge ich auch Schriftzeichen zum besseren Verständnis ein.

 

Was ich nicht mache, ist meine Schüler mit den Präsentation bespaßen. Sie kriegen keine glitzernde Leuchtschrift oder herumspringende Textteile, geschweige denn überladene Hintergründe oder kitschige Musik. Alles schon gesehen oder gehört!

 

Wenn ich ausversehen einen falschen Knopf drücke, jubeln die Schüler hin und wieder, weil ich dann im Fernseh-Kanal lande ;)

 

Außerdem hat jedes Lehrerpult einen Glaskasten. Legt man ein Blatt Papier auf den Kasten und bestrahlt ihn mit einer speziellen Lampe, wird das Papier auf dem Smartboard angezeigt. Vorausgesetzt, man drückt den richtigen Knopf... Man kann sich das als modernen Overhead-Projektor vorstellen, der nicht mit Folien sondern mit herkömmlichem Papier arbeitet.

 

Jede Klasse hat einen Medienbeauftragten, der für die ganze Technik zuständig ist. Wenn ich mich also vorne hinstelle und mit einem fragendem Blick auf die Tafel zeige, brüllt die Klasse also lautstark irgendeinen Namen, bis diese Person nach vorne kommt und mir die Tafel aufschließt, den Strom anstellt usw.

& Kein Unterrichten

Nach mehrmaligem Hin-und-Her steht jetzt fest, dass ich bis Ende Februar nicht mehr unterrichte. Ab dem 1. Januar habe ich Ferien, bis dahin jedoch die Anweisung, immer pünktlich!! (Bin ich das nicht sowieso meistens? Oops...) im Lehrerzimmer zu erscheinen, fleißig Chinesisch zu pauken und den anderen Lehrern beim Korrigieren zu helfen.

 

Schade nur, dass ich bin Freitag felsenfest davon überzeugt war bis zum 31. zu unterrichten, und jeder einzelnen Klasse diese Woche eine Bastelstunde versprach: "Next week, we will make Christmas cards. Bring paper! Write that down!"

 

Erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt.

 

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