NigelNagelNeuer eiNtrag aus NaNjiNg

O weh, o wei,

ein guter Einstieg muss herbei

doch find' ich ihn nicht

ob er sich mit den Kakerlaken unter'm Bett verkriecht?

 

Egal, es geht auch ohne. Da wir am Mittwoch nach Gansu fliegen, möchte ich noch ein paar Eindrücke aus meiner Zeit in Nanjing mit euch teilen. Im Großen und Ganzen fühle ich mich hier wirklich wohl und finde es ehrlich gesagt schade, dass die gemeinsame Zeit als Gruppe nun erst einmal vorbei ist. Dennoch ist natürlich spannend, jetzt bald endlich Jiuquan, die Schule und mein neues semi-permanentes Lebensumfeld kennenzulernen.

 

(Mis)communication

 

Man stelle sich vier Mädels vor, die auf eigene Faust shoppen. Oder es zumindest versuchen. Und da dies natürlich mehr als anstrengend ist – vor allem, wenn man nichts findet ;) – holt auch sie der Hunger irgendwann ein. Erst stehen sie vor einer Menü-Tafel, über und über mit Schriftzeichen übersäht. Zu müde, um diese einzeln zu übersetzen, gehen sie doch zur Menü-Tafel drei Meter weiter, die zusätzlich englische Übersetzungen anbietet. Ratlos schauen sie drauf und beschließen, auf gut Glück irgendwelche Nudeln zu bestellen. Also schnell irgendwelche Zeichen, unter denen noodles steht, ins Handy gemalt und mit dem Satz "Wo yiao mai liang ge" (Ich würde gerne zwei mal kaufen) der Frau hinter der Theke in's Gesicht gehalten. Stolz.

 

Ein paar Minuten später beschließt eine von uns vieren, das gleiche Gericht nachzubestellen. Nach dem Versuch, es auf Chinesisch zu sagen, erwidert die nette Verkäuferin: "Oh, you want dan dan noodles!"

 

...Immerhin wussten alle Asiaten im Umfeld von 15m, dass wir uns die Mühe gemacht hatten, ihre Sprache zu sprechen. Auch wenn es nicht nötig gewesen wäre :D

 

Mit einer Frau am Nebentisch kamen wir dann beim Essen ins Gespräch. Als wir über das Wetter hier sprachen, kommentierte ich "It is hot and humid". Da sie humid nicht verstand, nahm sie wohl an, ich hätte humans gesagt, und fing an von humans zu schwärmen... Sie fragte uns, was wir von Japanern hielten. Auch weil wir gerade im Massaker-Museum gewesen waren, wussten wir nicht so Recht, was wir auf die Frage antworten sollten. Glücklicherweise lenkte sie schnell ein mit "I think Japanese are beautiful. Chinese are beautiful. Germans are beautiful. All humans are beautiful. Yes, we are all humans. Beautiful humans."

 

Geheime Zutat: Geduld

 

Chinesische "Mode" (falls man sie als solche bezeichnen kann): noch lauter, noch bunter, noch schriller als die in Deutschland. Streifen, Punkte, Herzchen, Häkelspitzenkram, keinen Sinn ergebende englische Sprüche, Ärmel, die an den Schultern ausgeschnitten sind, Schleifen, Glitzer, keine Größen, geschweige denn Preise.

 

Mit einer sowohl kompetenten, als auch netten, als auch shop-freudigen Chinesin an unserer Seite fanden Miriam und ich am Ende jedoch trotzdem jeweils zwei Oberteile, mit denen wir gut leben können.

 

Full Circle

 

Gottesdienst in China

Oh prima!

Bänke wie in Deutschland

Leute aus Neuseeland

Lieder aus dem Ami-Land

Und 1000 Anderes, das ich toll fand :)

 

Es waren soweit ich weiß nicht wirklich Leute aus Neuseeland dort (das reimt sich nur so schön), jedoch welche aus allen anderen Ecken dieser kugelförmigen Erde. Letzten Sonntag musste Olen (ein Mitfreiwilliger) früher zur Kirche, da er am Klavier begleiten und demzufolge vorher mit dem Chor proben sollte. Jenny (eine Chinesin) und ich sind spaßeshalber mitgekommen und irgendwie genauso spontan in den Chor eingestiegen. Eine Stunde später waren die anderen Freiwilligen sehr überascht, mich plötzlich vorne in der Kirche stehen zu sehen. Diesen Sonntag sang ich ebenfalls mit, diesmal in Begleitung von Miriam.

 

Gut tat es, zu singen. Sich von der Musik tragen zu lassen. Insbesondere, weil ich einige Lieder aus Botswana kannte: Da kamen wundertollige Erinnerungen auf. Und heute sangen wir "This is the Day", DAS Lied schlechthin! DAS Lied das meine Gruppe der Mission EineWelt-Freiwilligen bei unserer Aussendung sechssprachig zum Besten gaben und wir vier auch hier öfters anstimmen! Gott ist derselbe, ob ich nun in Botswana, Deutschland oder China bin.

 

 

So, das war's erst einmal von mir. Kommentiert doch 'mal, damit ich weiß, ob überhaupt irgendjemand mitliest :)

 

Grüßle,

Nadya

 

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